3 Vorurteile ĂŒber E-Mail-Marketing ohne Tags – Und warum ein listenbasiertes Tool die bessere Wahl fĂŒr dich sein kann

3 Vorurteile ĂŒber E-Mail-Marketing ohne Tags – und warum ein listenbasiertes Tool die bessere Wahl fĂŒr dich sein kann. Mit ErklĂ€rung, wie Listen, Tags und Segmente funktionieren

“Ich brauche ein E-Mail-Marketing-Programm mit Tags.”
”Ich will einen Onlinekurs anbieten und brauche deswegen Active Campaign.”
”Mein Business-Coach arbeitet mit KlickTipp und sagt, das brauche ich auch.”

Ich finde diese Aussagen schwierig.
HĂ€ngt dein Erfolg im E-Mail-Marketing wirklich davon ab, ob du deine Kontakte mit Tags oder mit Listen verwaltest?

Ich möchte dir Mut machen, solchen Empfehlungen nicht blind zu folgen, sondern dir mehrere Tools anzusehen. 
Achte nicht nur darauf, ob es Tags gibt – das haben einige Anbieter inzwischen “nachgerĂŒstet”.
Schaue stattdessen, ob du mit den Möglichkeiten zur Segmentierung gut zurechtkommst und deine Kontakte zielgerichtet auswÀhlen kannst.

Ich möchte mit einigen Vorurteilen ĂŒber listenbasierte Newsletter-Programme aufrĂ€umen.
Denn die haben sich in den letzten Jahren durchaus weiterentwickelt. 
Und sind vielleicht die bessere Wahl fĂŒr dich, wenn dein Schwerpunkt nicht auf mehrstufigen Automationen liegt, sondern auf dem regelmĂ€ĂŸigen Versand von Newslettern.

Übersicht

Warum wird SelbststÀndigen so oft ein tagbasiertes E-Mail-Marketing-Tool wie Active Campaign wie empfohlen?

Active Campaign ist ein sehr mĂ€chtiges Tool, das komplexe Automationen ermöglicht und sich mit vielen anderen Onlinemarketing-Tools verknĂŒpfen lĂ€sst.
Die EmpfÀngerverwaltung erfolgt hier mit Tags, wodurch man sehr differenzierte Segmente erstellen kann. 

Deswegen wird es gerne von Onlinebusiness-Experten eingesetzt, die eine große E-Mail-Liste verwalten und regelmĂ€ĂŸig neue Angebote launchen.
Sie können damit ihre EmpfĂ€nger sehr gezielt anschreiben und ihnen die passenden Produkte anbieten. Weil Active Campaign fĂŒr ihre BedĂŒrfnisse gut geeignet ist, empfehlen sie es weiter.

Aber vielleicht benötigst du gar nicht so ein leistungsstarkes Programm, bei dem du dich in viele verschiedene Einstellungen einarbeiten musst und das mit mindestens 39 Dollar pro Monat eher teuer ist.
Vielleicht möchtest du keine ausgefeilte Marketingstrategien entwickeln und umfangreichen Auswertungen machen.

Dann ist ein Tool, das erfahrene Experten verwenden, nicht die richtige Wahl fĂŒr dich.
Sondern fĂŒr deine Zwecke eine Nummer zu groß.

Listen, Tags, Segmente – Wie verwaltest du damit deine E-Mail-Kontakte und was ist der Unterschied?

Listen kannst du in fast allen E-Mail-Marketing-Programmen anlegen. Tagging hingegen bieten nicht alle Programme an.
Um deine Kontakte zu verwalten, wirst du deswegen in listenbasierten Tools wie Brevo viele Listen anlegen und darin alle Kontakte mit den jeweiligen Eigenschaften oder Interessen sammeln.
Aktive Kontakte sind nach einiger Zeit in vielen verschiedenen Listen.

Mit einem tagbasierten Tool wie Active Campaign wirst du mit einer oder zwei Listen auskommen (z.B. “Newsletter” und “Kunden”). Du wirst viele Tags anlegen und damit die Eigenschaften oder Interessen an die Kontakte “anheften”.
Aktive Kontakte wirst du daran erkennen, dass viele verschiedene Tags hinterlegt sind.

Und was bedeutet das in der Praxis?
Hier ist ein einfaches Beispiel, das du mit jedem Programm umsetzen kannst:

Stell dir vor, du planst ein Webinar und hast dafĂŒr eine Landingpage mit Anmeldeformular erstellt.

  • Wenn du deine EmpfĂ€ngerverwaltung mit Listen organisierst, legst du nun eine Liste “Webinar” an und gibst im Formular an, dass Kontakte nach ihrer Anmeldung zu dieser Liste hinzugefĂŒgt werden sollen.
     
  • Arbeitest du mit Tagging, legst du stattdessen einen Tag “Webinar”. Beim Anmeldeprozess hinterlegst du, dass Kontakten dieses „Webinar-Etikett“ zugewiesen wird. 

Stell dir jetzt vor, du möchtest einen Tag vor dem Webinar eine Kampagne versenden, in der du dazu aufforderst, sich noch schnell anzumelden.
Du nimmst eine sogenannte Segmentierung vor und gibst bei der EmpfĂ€ngerauswahl fĂŒr deine E-Mail an, dass du nur die Kontakte anschreiben möchtest, die sich noch nicht angemeldet haben.

  • Bei einem listenbasierten Programm definierst du dafĂŒr als Filterkriterium: 
    Kontakte, die sich nicht auf der Liste “Webinar” befinden.
     
  • Bei einem tagbasierten Programm wirst du angeben: 
    Kontakte, die nicht den Tag “Webinar” zugewiesen haben.

Du siehst, bei diesem Beispiel macht es keinen Unterschied, ob du mit Listen oder Tags gearbeitet hast. 
FĂŒr mich zĂ€hlt auch dieser einfache Anwendungsfall schon als “richtiges” E-Mail-Marketing.

Trotzdem gibt es Vorurteile, dass listenbasierte Newsletter-Programme komplizierter, teurer und weniger leistungsfÀhig sind.

Vorurteil 1: EmpfĂ€ngerverwaltung mit Listen ist unĂŒbersichtlich und umstĂ€ndlich

Ja, es kann unĂŒbersichtlich werden, wenn du regelmĂ€ĂŸig neue Webinare oder Freebies anbietest und sich immer mehr Listen ansammeln.
Hier hilft als erste Maßnahme eine eindeutige und fĂŒr dich nachvollziehbare Namensvergabe.
Diese Empfehlung gilt aber auch fĂŒr Tags – von denen sich vermutlich mehr ansammeln werden als von Listen.

Bei Anbietern wie rapidmail kannst du die EmpfĂ€ngerlisten nicht beliebig sortieren. Deshalb solltest du regelmĂ€ĂŸig aufrĂ€umen und Listen löschen, die du nur fĂŒr einen einmaligen Newsletter-Versand gebraucht hast.

Bei Brevo kannst du Ordner anlegen und deine Listen thematisch zuordnen.
So kannst du dein eigenes Ordnungssystem entwickeln – Ă€hnlich wie bei einer Ordnerstruktur bei der Dateiablage auf deinem Computer.

Übrigens kannst du bei einigen Programmen Listen zusammenfĂŒhren oder EmpfĂ€nger in andere Listen verschieben.
Zum Beispiel kannst du nach einem Webinar die EmpfĂ€nger zusammenlegen in einer Liste “Webinar-Teilnehmer 2023”.

Meine Empfehlung:
Du entscheidest, ob du eine Liste anlegst, in der du alle Newsletter-EmpfĂ€nger zusammenfĂŒhrst. Oder ob du keine zentrale Liste hast, sondern deinen regelmĂ€ĂŸigen Newsletter an viele Listen verschickst.

Hier gibt es kein richtig oder falsch. WĂ€hle die Lösung, die fĂŒr dich logisch ist.

Ich finde den Versand an einzelne Listen ĂŒbrigens praktisch und ĂŒberhaupt nicht umstĂ€ndlich.
Wenn du beispielsweise eine Terminerinnerung an die angemeldeten Webinar-Teilnehmer verschicken möchtest, ist es bequem, direkt die passende Webinar-Liste auswÀhlen zu können.

Vorurteil 2: E-Mail-Adressen auf mehreren Listen (sogenannte Dubletten) sind ein Problem

Wenn du von Problemen mit Dubletten (also E-Mail-Adressen auf mehreren Listen) hörst, bezieht sich das meist auf schlechte Erfahrungen mit Mailchimp.

  • Wenn eine E-Mail-Adresse auf mehreren Listen steht, enthĂ€lt der EmpfĂ€nger das Mailing mehrfach.
     
  • Die monatlichen Kosten steigen, weil die Newsletter-Anbieter die Adressen mehrfach zĂ€hlen und abrechnen, wenn eine Adresse auf mehreren Listen ist.
     
  • Kontakte mĂŒssen sich fĂŒr jede Liste neu anmelden und nochmal das Double-OptIn-Verfahren durchlaufen. Und wenn sie sich abmelden, bleiben sie auf den anderen Listen und bekommen weiterhin E-Mails.

Die meisten listenbasierten Newsletter-Programme haben auf diese Probleme schon vor Jahren reagiert und technische Lösungen gefunden:

  • Wenn du mehrere Listen als EmpfĂ€nger auswĂ€hlst, wird vorher abgeglichen, dass jede E-Mail-Adresse den Newsletter nur einmal erhĂ€lt. Die Zahl der EmpfĂ€nger ist dann also kleiner als die Summe der Kontakte auf den Listen.
     
  • Kontakte, die auf mehreren Listen stehen, werden fĂŒr die monatliche Abrechnung nur einmal als “aktive EmpfĂ€nger” gezĂ€hlt.

Übrigens: Je nach Angebot des Anbieters kann die monatliche Abrechnung auch ĂŒber die “Anzahl der versendeten E-Mails” statt ĂŒber die “Anzahl der EmpfĂ€nger” erfolgen.
Du kannst dann beliebig viele Kontakte in deinem Account verwalten.

Meine Empfehlung:
Die Abrechnung nach versendeten E-Mails kann fĂŒr dich eine kostengĂŒnstige Alternative sein, wenn du deinen Newsletter nur einmal im Monat oder seltener versendest.
Listenbasierte Programme bieten oft auch einen Prepaid-Tarif oder eine “Abrechnung pro Versand” an.
Diese Angebote sind oft etwas versteckt, weil die Anbieter lieber Abos abschließen wollen.

Hier lohnt es sich, zu rechnen. 5.000 E-Mails fĂŒr 30 Euro (bei Brevo) oder 20 Euro pro Versand bis 500 EmpfĂ€nger (bei rapidmail) sind ĂŒberraschend gĂŒnstig.

Vorurteil 3: Ohne Tags muss man die ganze Liste anschreiben und kann nicht segmentieren

Tags sind nicht die einzige Möglichkeit, um zu segmentieren – also EmpfĂ€nger nach bestimmten Kriterien auszuwĂ€hlen. Dieses Vorurteil ist schlichtweg falsch.

Allerdings gibt es natĂŒrlich Unterschiede zwischen den Anbietern, wie detailliert du segmentieren kannst. Hier stechen Active Campaign und KlickTipp als Tag-basierte Tools positiv hervor. Aber auch Brevo als listenbasiertes Tool.

Ob Tag oder Nicht-Tag (sondern Attribute, Stichworte, Listen, AktivitÀten 
) finde ich zweitrangig.
Denn es gibt verschiedene Wege, um auszuwerten, wer sich ĂŒber welches Formular angemeldet, welche E-Mail geöffnet oder auf welchen Link geklickt hat.

FĂŒr Brevo habe ich dazu mehrere Anleitungen veröffentlicht. Diese lassen sich oft auch auf andere Newsletter-Programme ĂŒbertragen. Denn auch wenn eine Funktion anders heißt – die Technik dahinter ist sehr Ă€hnlich.

Meine Empfehlung:
Oft höre ich, dass auf die Segmentierung verzichtet wird, weil es zu umstÀndlich sei oder man zur Sicherheit lieber alle informieren möchte.
Das kann ich nachvollziehen.

Gerade dann wĂŒrde ich ein Tool nutzen, das nur die grundlegenden Segmentierungs-Optionen bietet und keine systematische Tag-Vergabe erfordert.
Denn damit sind die EinstiegshĂŒrden und auch die Fehlerquellen geringer.

E-Mail-Marketing mit Tags oder mit Listen – So triffst du die Entscheidung

Bei der Wahl deines E-Mail-Marketing-Programms solltest du nicht nur danach schauen, ob es mit Tags oder mit Listen arbeitet.
Wichtiger ist, was du mit den so gesammelten Informationen machst, also Auswertungen und Segmentierung.

Schau dir zwei oder drei Programme an, bevor du dich entscheidest.

  • Passt das Preismodell zu deinen Anforderungen und PlĂ€nen fĂŒr die Zukunft? Oder zahlst du fĂŒr einen Leistungsumfang, den du auch langfristig nicht brauchst? 
  • Findest du dich im Programm zurecht? Helfen dir der Hilfebereich und die Antworten des Supports weiter? Oder bist du auch nach mehreren Versuchen verwirrt und ĂŒberfordert?

Tagbasierte Programme wie Active Campaign bieten viele Funktionen, wenn du dich eingearbeitet hast.
Aber auch mit einem einsteigerfreundlichen Programm ohne Tags kannst du das Verhalten deiner Kontakte auswerten und EmpfÀnger segmentieren.

Ich empfehle Brevo als listenbasiertes Tool, weil es “mitwĂ€chst”:
Du kannst mit einem einfachen Formular und gelegentlichen Newslettern starten und nach deinem Tempo Funktionen wie Automationen und Segmentierung dazunehmen.

Mehr dazu, weshalb ich Partner-Agentur fĂŒr Brevo bin und was das fĂŒr deine Zusammenarbeit mit mir bedeutet, erfĂ€hrst du im Artikel:
Starthilfe fĂŒr deinen Newsletter mit Brevo oder rapidmail: So ist es, mit mir zu arbeiten

Du suchst ein einfaches Ordnungssystem fĂŒr deine E-Mail-Listen, damit kein Chaos ausbricht – weder in der Kontaktverwaltung bei Brevo noch in deinem Kopf?

Erfahre, wie du dein Newsletter-Programm nutzt, um die Interessen deiner E-Mail-Kontakte besser zu verstehen.
(Auch, wenn dir detaillierte Kennzahlenanalysen und mehrteilige E-Mail-Automationen einfach zu viel sind.)

Ich lade dich zu einem Rundgang durch meinen Brevo-Account ein.

Dort zeige ich dir, wie ich meine Listen strukturiere und die Interessen meiner Kontakte erfasse.
Und wie ich es vermeide, meine Leser mit E-Mails zu nerven, die fĂŒr sie nicht relevant sind.

Newsletter-Membership fĂŒr Listenaufbau und Technik

Du musst nicht lĂ€nger ratlos vor deinem Newsletter-Programm sitzen und ĂŒber die Technik schimpfen.

Sei zum Start der Membership im Oktober dabei.
Und sichere dir zwei Monate UnterstĂŒtzung durch mich und die anderen Teilnehmerinnen. 

Hallo, ich bin Irene Theiß.
Als Newsletter-Expertin gebe ich dir technische Starthilfe, damit du entspannt deine ersten Newsletter versendest und deine E-Mail-Liste aufbaust.
Ich begleite dich dabei, den Newsletter zu deinem wertvollsten Marketinginstrument zu machen.

2 Kommentare zu „3 Vorurteile ĂŒber E-Mail-Marketing ohne Tags – Und warum ein listenbasiertes Tool die bessere Wahl fĂŒr dich sein kann“

  1. Liebe Irene,

    schön, dass jemand mal mit den Vorurteilen aufrĂ€umt. Ich bin vor vielen Jahren von CleverReach zu ActivCampaign gewechselt und war total begeistert von „Tags“. Im Laufe der Zeit durfte ich feststellen, dass nicht jeder so ein „Nerd“ wie ich ist 😂 und die Möglichkeiten in ActiveCampaign auch ganz schön heraus- und ĂŒberfordern können.

    Ob ich jetzt mit Tags oder Listen arbeite, finde ich heute ziemlich egal. Wie du schreibst, man muss einfach nur wissen, wie man segmentiert. Nach ein wenig Einarbeitung sollte man sich mit seinem Programm wohl fĂŒhlen und einfach gut damit zu recht kommen, denn nur so wird man es regelmĂ€ĂŸig nutzen.

    Es ist das Vehikel, das uns dazu fĂŒhrt, was in Wirklichkeit das Wichtige ist: Einen Newsletter zu versenden!

    Herzliche GrĂŒĂŸe
    Beatrice

    1. Liebe Beatrice,

      mein innerer Nerd wÀre bestimmt auch begeistert, ein Tagging-System in Active Campaign zu entwickeln.
      Aber ich kann mich auch durchaus in Brevo ausleben.

      Wie du auch in deinem Artikel https://www.onlinemagie.at/activecampaign-versus-brevo/ geschrieben hast: Bei Automationen, Segmenten und Co. gilt: Keep it simple.
      Damit man auch hinterher noch versteht, was da eigentlich passiert.

      Liebe GrĂŒĂŸe
      Irene

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